Warum misst der Augenoptiker den Augeninnendruck?
Augenoptiker sind Fachleute für gutes Sehen. Sie führen nicht nur die Brillen-glasbestimmung zur Ermittlung der passgenauen Gläserstärke durch, sondern bieten auch verschiedene Testmethoden (Screeningteste) rund um das gute Sehen an.
Zu diesen Testmethoden zählt die Messung des Augeninnendrucks.
Dabei können Auffälligkeiten am Auge festge-stellt werden. Die Messung des Augen-innendrucks kann einen Risikofaktor für ein Glaukom bzw. Grünen Star aufdecken. Denn wird ein Glaukom nicht oder zu spät erkannt, besteht die Gefahr von schweren Schädigungen des Sehver-mögens bis hin zur Erblindung. Ca. 2.000 Menschen erblinden in Deutschland jährlich neu aufgrund einer Glaukom-erkrankung nach Aussagen des Initiativkreises Glaukomfrüherkennung.
Die Messung des Augeninnendrucks geschieht beim Augenoptiker schnell, kompetent und meist ohne lange Wartezeiten. Der Augenoptiker ist allerdings nicht für eine umfassende, gesundheitliche Untersuchung der Augen zuständig. Hierfür gibt es die Ärzte für Augenheilkunde (Augenärzte).
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Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung des Glaukoms?
Viele Risikofaktoren werden mit der Entstehung des Glaukoms in Ver-bindung gebracht. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
● erhöhter Augeninnendruck
● Alter
● Glaukom bei nahen Verwandten
● Kurzsichtigkeit
● Diabetes
Von allen Risikofaktoren hat sich der erhöhte Augeninnendruck als der wichtigste Risikofaktor herausgestellt. Ein erhöhter Augeninnendruck steigert das Risiko, am Glaukom zu erkranken, um das 10- bis 15-fache. In einer Umfrage* unter deutschen Augenärzten aus dem Jahr 1999 gaben 87,8 Prozent der befragten Augenärzte an, dass ein erhöhter Augeninnendruck große bis sehr große Bedeutung für den Verlauf
des Glaukoms habe.
Was ist der Augeninnendruck?
Das Auge ist mit einer gallertartigen Masse, dem Glaskörper, und einer Flüssigkeit, dem Kammerwasser, gefüllt. In dem Auge herrscht ein Druck, der Augeninnendruck, der durch das Kammerwasser erzeugt wird. Dieser Augeninnendruck verleiht dem Auge seine kugelförmige Gestalt. Das Kammerwasser wird ständig neu gebildet und muss in dem Maße, in dem es gebildet wird, auch wieder aus dem Auge abfließen. Ist der Abfluss des Kammerwassers behindert oder erschwert, steigt der Augeninnendruck an.
Wie wird der Augeninnendruck
gemessen?
Für die Ermittlung des Augeninnen-drucks verwendet der Augenoptiker modernste und geeichte technische Messgeräte, die sogenannten Non-Contact-Tonometer. Non-Contact bedeutet berührungslos, denn diese Geräte arbeiten mit einem Luftimpuls, der nur wenige Tausendstel Sekunden andauert.
Mit diesem Luftimpuls wird die Hornhaut für einen kurzen Moment abgeflacht. Eine extrem genaue Uhr misst die Zeit, die dazu benötigt wird. Ein Computer im Non-Contact-Tonometer berechnet aus dieser Zeit mit großer Zuverlässigkeit den Augen-innendruck. Im Gegensatz zu früheren Messmethoden muss das Auge bei der Non-Contact-Tonometrie nicht mehr lokal betäubt werden. Als Kunde spüren Sie bei diesem Verfahren lediglich einen leichten Luftzug am Auge.
Messung des Augeninnendrucks mit einem Non-Contact-Tonometer
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Was ist ein Glaukom?
Das Glaukom zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen der Industrieländer. In Deutschland sind rund 20.000 Menschen am Glaukom erblindet.
Das Glaukom gilt als eine Erkrankung des Alters, aber dennoch können auch junge Menschen daran erkranken. In sehr vielen Fällen nimmt das Glaukom einen schleichenden Verlauf, da es weder Schmerzen verursacht noch sich anfänglich durch Einbußen des Sehens äußert. Das Glaukom führt zu Schädigungen des Sehnervs und von Nervenzellen in der Netzhaut. Diese Schädigungen sind, wenn sie einmal aufgetreten sind, unumkehrbar.
Eine Therapie soll das Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder verlang-samen.
Deshalb ist ein frühzeitiges Erkennen des Glaukoms von allergrößter Wichtigkeit.
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Was besagt das Messergebnis?
Ein Messergebnis von mehr als 21 mmHg bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Glaukom vorliegen muss.
Diese Situation ist vergleichbar mit der eines erhöhten Blutdrucks. Ein erhöhter Blutdruck heißt nicht notwendigerweise, dass Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vorliegen. Das Risiko, eine solche Erkrankung zu erleiden, ist aber deutlich erhöht. So wie der Blutdruck schwanken kann, ist auch der Augeninnendruck Schwankungen unterworfen. Eine Messung in regelmäßigen Abständen (mindestens einmal jährlich) ist sinnvoll. Erfahrungen haben gezeigt, dass bei nur rund fünf bis zehn Prozent aller Personen, die einen Augeninnendruck von mehr als 21 mmHg aufweisen, auch tatsächlich ein Glaukom oder Grüner Star vorliegt.
Die Messung des Augeninnendrucks beim Augenoptiker deckt nur einen Risikofaktor für ein Glaukom auf. Eine sichere Diagnose eines Glaukoms kann nur durch einen Arzt für Augenheilkunde aufgrund weiterer Untersuchungen erfolgen.
Ein häufig vorkommendes Normaldruck-Glaukom fällt bei der Druckmessung nicht auf. Da der Augeninnendruck kein völlig konstanter Wert ist, können sich erhebliche tageszeitliche Schwankungen ergeben. Diese Schwankungen können durch ein vorliegendes Glaukom noch verstärkt werden. Sicherheit über das Vorliegen oder Nichtvorliegen eines Normaldruckglaukoms kann nur die Konsultation eines Arztes für Augenheilkunde bringen.
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